Pressemitteilung von Chris J. Demmer FW-EN/Piraten

Ennepe-Ruhr-Kreis :

 

Katzen im Ennepe-Ruhr-Kreis künftig besser geschützt

  

Die im April durch die Fraktion Freie Wähler / Piraten beantragte Katzenschutzverordnung wurde heute im Kreistag beschlossen.

Die Prüfung der Verwaltung hatte ergeben, dass im gesamten Kreisgebiet Handlungsbedarf  besteht. In Zusammenarbeit mit zahlreichen Tierheimen, Tierschützern und Katzenschutzvereinen des Kreises wurde deshalb eine Verordnung erarbeitet.  

Kreistagsmitglied Jörg Müller ist sich sicher: "Die neue Verordnung schafft Rechtssicherheit für Tierschützer und hilft wild lebende Katzenpopulationen zu begrenzen."

Bisher musste bei Auffinden freilaufender, nicht kastrierter Katzen zunächst davon ausgegangen werden, dass es einen Besitzer gibt. Die Verordnung ermöglicht jetzt, trotzdem tätig zu werden. Ab 2017 müssen nämlich alle Freigänger registriert und kastriert sein. Wenn dann eine Katze ohne Kennzeichnung aufgefunden wird, kann man sie sofort kastrieren. Die Kosten übernimmt in diesem Fall der Kreis. Genau diese Handlungsfähigkeit hatten Katzenschutzvereine und Veterinäre bisher nicht.

Für Halter besteht ausreichend Zeit. Erst ab dem neuen Jahr tritt die Verordnung in Kraft. Dann sollten nicht gechipte oder kastrierte Katzen beim Tierarzt gewesen sein. Die neuen Regeln betreffen natürlich nur Tiere mit Ausgang. Die dadurch erzielte Eindämmung der Populationen hat auch Vorteile für Katzenhalter. Freigänger-Katzen kommen weniger in Kontakt mit erkrankten Tieren und erkranken selbst seltener. Außerdem werden Kleintier- und Vogelarten, die bisher von wilden Katzen bejagt wurden, besser geschützt.

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Weitere Informationen zu diesem Thema finden sie unter dem Suchbegriff "Paderborner Modell"

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Pressemitteilung aktion tier - menschen für tiere e.V.

25.10.2016

Meilenstein im Tierschutz: Ennepe-Ruhr-Kreis beschließt besondere Katzenschutzverordnung

Eine der Ursachen für die Vermehrung der Straßenkatzen sind unkastrierte Hauskatzen mit Freigang, da diese sich mit den wildlebenden Katzen verpaaren. Foto: © aktion tier e.V.
Eine der Ursachen für die Vermehrung der Straßenkatzen sind unkastrierte Hauskatzen mit Freigang, da diese sich mit den wildlebenden Katzen verpaaren. Foto: © aktion tier e.V. 
 

Der Kreistag des Ennepe-Ruhr-Kreises beschloss am gestrigen Montagabend eine besondere Katzenschutzverordnung, die für das gesamte Kreisgebiet verpflichtend die Kastration und Kennzeichnung von allen Katzen mit Freigang regelt. Grundlage für diese Entscheidung waren die im Rahmen des dortigen „Kitty-Projektes“ von aktion tier e.V. erfassten Bestandszahlen der Streunerkatzen sowie die bereits erfolgten Kastrationen der Tiere.

Als Freigänger-Katzen gelten hierbei sowohl Katzen aus Privathaushalten denen Freigang gewährt wird, als auch freilebende verwilderte Katzenpopulationen von ehemaligen Hauskatzen.

Das besondere und deutschlandweit bislang einmalige an dieser Katzenschutzverordnung: Der Kreis trägt zukünftig Kosten, die für frei und verwildert lebende ehemalige Hauskatzen entstehen. Bislang lag diese Last zumeist bei den Tierschutzvereinen. Susan Smith von aktion tier e.V. und Ulrike Klaus, Leiterin des aktion tier Projekt "Kitty" Stützpunktes in Gevelsberg, die zusammen vorbereitend Gespräche mit den Fraktionen des Kreistages sowie der Veterinärbehörde des Kreises Ennepe-Ruhr geführt haben, freuen sich über diese Entscheidung.

„Besonders die Verpflichtung, Kosten für die Kastration und Kennzeichnung sowie für weitere gesundheitsfördernde Maßnahmen von frei und verwildert lebenden ehemaligen Hauskatzen durch die öffentliche Hand zu übernehmen, ist ein ganz neuer und wegweisender Ansatz. Die Tierschutzvereine werden damit nicht mehr allein gelassen!“, erklärt Susan Smith den großen Erfolg. „Diese Verordnung erleichtert uns - den Tierschützern der Region – die Arbeit enorm. Wir haben endlich Rechtssicherheit und vielen Katzen im Kreis werden unnötige Leiden und Schmerzen erspart.“, ergänzt Ulrike Klaus. Die Katzenschutzverordnung tritt am 15.11.2016 in Kraft.

aktion tier setzt sich mit dem bundesweiten Straßenkatzen-Hilfsprojekt "Kitty" seit 2002 dafür ein, die Population und damit das Elend der Straßenkatzen zu verringern. Nach dem Erlass der deutschlandweit ersten Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Privatkatzen mit Freigang durch die Stadt Paderborn (2008) ist die Entscheidung des Ennepe-Ruhr-Kreises ein weiterer wichtiger Meilenstein des aktion tier Projektes Kitty. Bleibt zu hoffen, dass -wie einst beim "Paderborner Modell", auch in diesem Fall zahlreiche weitere Städte und Gemeinden diesem Beispiel folgen und zukünftig mehr Verantwortung im Katzenschutz übernehmen.

 

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Viele Tierschützer aus verschiedenen Vereinen des EN-Kreises haben die Sitzung am 24.10.16 im Kreishaus mit Spannung verfolgt. Die Entscheidung von Politik und Verwaltung zu Gunsten der notleidenden Katzen vereint uns Tierschützer. Das Foto zeigt uns vor dem Kreishaus in Schwelm zu Beginn der Sitzung.